Der religiöse Hintergrund
Das Opferfest der Muslime oder im Arabischen als Id-ul-Adha, ist auch in Gambia ein bedeutendes Ereignis. Es markiert den 10. Tag des Dhu-l-Hiddscha, der in diesem Jahr voraussichtlich am 16. Juni stattfindet, und steht am Ende der bedeutenden Pilgerreise nach Mekka. Dieses Fest, das größte im muslimischen Kalender, und erinnert an die Geschichte Ibrahims (Abrahams), als er den göttlichen Befehl erhielt, sein geliebtes Kind zu opfern. Gehorsam erfüllte er diese Anweisung, woraufhin Gott ihn von diesem Opfer befreite und ihn stattdessen einen Hammel opfern ließ.
Die Muslime ehren diese Geschichte, die sowohl in der Bibel als auch im Koran zu finden ist, jedes Jahr durch das Opfern eines Hammels oder eines anderen Weidetiers. Gemäß einer Überlieferung des Propheten Muhammad (sws) liegt es in der Verantwortung des Familienoberhauptes, jedes Jahr ein Opfertier zu schlachten.
Das Gebet
In Gambia wird das Opferfest Tobaski genannt und mit großer Freude und Gemeinschaftsgeist gefeiert. Die Stoffverkäufer und die Schneider haben alle Hände voll zu tun, denn die Menschen kleiden sich von den Großeltern bis zu den Babys in neue Gewänder und versammeln sich gemeinsam in den Moscheen zum Gebet. Bei gutem Wetter findet das Gebet oft auf den Vorplätzen der Moscheen unter dem weiten Himmel und den schattenspendenden Palmen statt. Die bunten Gewänder und die lebhaften Begegnungen machen das Gebet zu einer wahren Augenweide.
Ein wichtiger Aspekt von Tobaski ist die Tradition des Qurbans. Das arabische Wort „Qurban“ leitet sich vom Verb „qaruba“ ab, was „sich annähern“ bedeutet. Dieses Opfern zielt nicht darauf ab, Fleisch zu konsumieren oder Tiere zu töten, sondern dient vielmehr dazu, sich Gott anzunähern, wie es auch im Koran betont wird.
Sicher erreicht nicht ihr Fleisch Allah, und nicht ihr Blut, sondern es erreicht Ihn die Gottesfurcht von euch. (22:37)
Win-Win für Alle
Das Teilen des Fleisches mit Bedürftigen stärkt den Zusammenhalt und den Geist der Gemeinschaft. Die Praxis fördert soziale Gerechtigkeit, da sowohl die Geber als auch die Empfänger eine Bindung zu Gott und zueinander entwickeln. Viele wohlhabende Muslime in Deutschland spenden ihre Qurbane in Länder, in denen es den Menschen an finanziellen Mitteln mangelt, um ein eigenes Opfertier zu erwerben. Da es in Deutschland verboten ist, besonders in den Städten selbst zu schlachten, erfüllen sie dennoch ihre religiöse Pflicht, während gleichzeitig die Muslime in den ärmeren Ländern die Chance erhalten, sich als Teil der muslimischen Gemeinschaft zu fühlen. Eine echte Win-Win-Situation.
Diese Tradition des Teilens und der Solidarität trägt dazu bei, dass die Gemeinschaft enger zusammenrückt und Mitgefühl hervorruft. Da unter den Lesern auch Nicht-Muslime sind, denen die Tradition des Opferfests möglicherweise nicht vertraut ist, war es mir wichtig, einige erklärende Worte dazu zu teilen.
Was kannst du tun?
Wenn auch du in der Pflicht bist, ein Opfertier zu schlachten, und mit den Ärmsten in Gambia diese Freude teilen möchtest, spende hier dein Qurban. Dieses Jahr kostet ein Qurban 220€. Wir nehmen bis zum 12.6. die Qurbanspenden an, dann werden wir die Hammel kaufen und an die Familien verteilen.


