Ein neuer Weg der Solidarität: Zweckungebundene Gambia-Hilfe

Gambia liegt 13° über dem Äquator, gehört zu den tropischen Ländern, und hat aufgrund seiner kleinen Fläche (kleiner als Schleswig-Holstein) keine Industrie und nur wenig Landwirtschaft. Das tropische Klima verhindert den Anbau vieler Pflanzen, doch trotz seiner begrenzten Ressourcen und Herausforderungen zeigen die Bewohner eine beeindruckende Resilienz und Gemeinschaftsgeist. Als das kleinste Land auf dem afrikanischen Kontinent und als eines der weltweit ärmsten Länder steht Gambia vor zahlreichen sozialen, wirtschaftlichen und gesundheitlichen Herausforderungen. 

Die Unterstützung von außen ist daher essenziell. Doch in den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass traditionelle, zweckgebundene Hilfe oft ihre Grenzen hat. Deshalb rückt ein neuer Ansatz immer mehr in den Fokus: die zweckungebundene Hilfe. Doch was bedeutet das genau und warum ist sie so wichtig?

Was ist zweckungebundene Hilfe?

Zweckungebundene Hilfe, oft auch als „unrestricted funding“ bezeichnet, bedeutet, dass die finanziellen Mittel nicht für einen spezifischen Zweck oder ein bestimmtes Projekt vorgesehen sind. Im Gegensatz zu zweckgebundenen Spenden, die beispielsweise nur für den Bau einer Schule oder den Kauf von Reis verwendet werden dürfen, kann die empfangende Organisation von zweckungebundenen Geldern selbst entscheiden, wie und wo das Geld am dringendsten benötigt wird.

Die Flexibilität der zweckungebundenen Hilfe

Ein wesentlicher Vorteil der zweckungebundenen Gambia-Hilfe liegt in ihrer Flexibilität. In einem Land wie Gambia, wo die Bedürfnisse sich schnell ändern können und oft unerwartete Herausforderungen auftreten, ermöglicht diese Art der Unterstützung eine schnelle und effektive Reaktion. Wenn beispielsweise eine Not-OP ansteht oder ein Dach dem Starkregen nicht standhält, können die Gelder sofort für Notfallmaßnahmen verwendet werden, ohne auf eine zweckbezogene Spendensammlung warten zu müssen.

Das Know-How liegt bei den Organisationen vor Ort

Der Vorteil bei Help the poor and the needy e.V. liegt darin, dass wir in beiden Organisationen e.V und NGO im Vorstand sind. So sind wir nah bei den Bedürftigen, um ihnen Erleichterung zu verschaffen, aber auch bei den Spendern, um ihnen von den vielen wunderbaren Erfolgserlebnissen zu berichten, die wir mit ihrer Hilfe erreichen konnten.

Neben der Flexibilität ist ein weiterer bedeutender Aspekt der zweckungebundenen Hilfe die Übertragung der Verantwortung. Wir als lokale Organisationen kennen die Bedürfnisse der Empfänger am besten. Wir wissen, wo der Schuh drückt und welche Maßnahmen den größten positiven Einfluss haben. Indem die Geberorganisation der Empfängerorganisation die Entscheidung überlässt, wie die Mittel eingesetzt werden, stärken wir nicht nur ihre Handlungsfähigkeit, sondern auch ihre Kompetenzen und die der Mitarbeiter.

Die Herausforderungen und Bedenken

Natürlich gibt es auch Herausforderungen und Bedenken im Kontext der zweckungebundenen Hilfe. Kritiker argumentieren, dass ohne klare Zweckbindung die Gefahr des Missbrauchs und der Ineffizienz steigt. Daher ist Transparenz und Vertrauen zwischen den Spendern und den Empfängern von entscheidender Bedeutung. In unserem Fall sind wir ständig vor Ort und können daher für eine regelmäßige Berichterstattung und Evaluierung der verwendeten Mittel garantieren. So räumen wir diese Bedenken aus und stellen sicher, dass die Gelder tatsächlich dort ankommen, wo sie gebraucht werden.

Die Vorstufe zu zweckungebundener Hilfe: Die Fonds

In den vergangenen Jahren gibt es zahlreiche Beispiele, die die Wirksamkeit der zweckungebundenen Hilfe in Gambia belegen. Eine kleiner Verein wie unserer, der sich hauptsächlich für Food & Education einsetzt, konnte durch flexible Mittel beispielsweise durch die Bildung eines Reisfonds, dessen Spenden nicht Eins-zu-eins an die Reispatenschaften gebunden waren, auch der enormen Reispreiserhöhung schnell reagieren und weiterhin unseren fast 200 Witwen ihren Reis garantieren. Das Arbeiten mit einem Fonds hat sich auch bei den Schulgebühren bewährt. Ein Fond ermöglicht vielen Kindern Bildung, die wir mit Eins-zu-Eins-Spenden nicht so flexibel erreicht hätten. 

Die Rolle der internationalen Gemeinschaft

Die internationale Gemeinschaft, also die Spender außerhalb Gambias, spielen eine wesentliche Rolle bei der Unterstützung von zweckungebundener Hilfe. Organisationen wie die Vereinten Nationen, aber auch private Stiftungen und NGOs, haben bereits begonnen, den Ansatz der zweckungebundenen Finanzierung stärker zu fördern. Dies ist ein positiver Schritt, der zeigt, dass das Vertrauen in die Fähigkeiten der lokalen Akteure wächst, und man bereit ist, innovative Wege der Entwicklungszusammenarbeit zu gehen.

Fazit: Ein Aufruf zur Unterstützung

Die Herausforderungen, vor denen Gambia steht, sind immens. Aber genauso groß ist der Mut und die Entschlossenheit seiner Menschen. Zweckungebundene Hilfe ist ein kraftvolles Instrument, das es den Organisationen vor Ort ermöglicht, selbstbestimmt und flexibel auf ihre Bedürfnisse zu reagieren. Sie fördert Eigenverantwortung, stärkt lokale Strukturen und kann, richtig eingesetzt, nachhaltige Veränderungen bewirken.

Es ist an der Zeit, dass wir unsere Denkweise über Hilfsmaßnahmen überdenken und mehr Vertrauen in die ausführenden Kräfte vor Ort setzen. Gebt uns die Freiheit, selbst zu entscheiden, wie wir die Mittel am besten einsetzen. So können wir einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung und zum Wohlstand in Gambia leisten.

Wenn du helfen möchtest, überlege, wie deine Unterstützung am effektivsten sein kann. Vielleicht ist eine zweckungebundene Spende genau das, was unsere kleine NGO in Gambia benötigt, um die Träume der Menschen, denen du helfen möchtest, zu verwirklichen und ihre Herausforderungen zu meistern. Die Zukunft Gambias liegt in den Händen seiner Menschen – und in unserer Bereitschaft, ihnen die nötigen Werkzeuge und das Vertrauen zu geben, diese Zukunft selbst zu gestalten.

Unser neuer Verwendungszweck: Gambia-Hilfe

Um diese Änderung der zweckungebundenen Hilfe nachhaltig einzuführen, haben wir einen neuen Verwendungszweck entwickelt: die „Gambia-Hilfe“. Der neue Verwendungszweck umfasst jegliche Hilfe, die nicht von den anderen Projekten abgedeckt wird und unser Ziel bedarfsgerecht zu helfen weiter verfolgt. 

Die folgenden Verwendungszwecke bleiben unberührt:

  • Familienhilfe – feste Spender mit Daueraufträgen nach Absprache mit den Spendern, nicht auf Spendenformular
  • Nähschule
  • Schulbau
  • Aqiqa Hammel
  • Reisfonds – feste und spontane Spender 
  • Zakat

Auch die saisonalen Verwendungszwecke, die nur zu bestimmten Zeiten im Jahr zum Einsatz kommen, bleiben unberührt. 

  • Fidiya-Kaffara – Ersatzleistung für das Nichtfasten im Ramadan
  • Essenspakete zum Ramadan
  • Fleischmahlzeiten zum Fest
  • Qurban – ein Hammel zum Opferfest
  • Schulgebühren für einzelne Studenten
  • Zakat ul Fitr – Spende zum Ramadanfest

Bitte trage auch du deinen Teil dazu bei, dass wir flexibel, bedarfsorientiert und nachhaltig entscheiden können, wo welche Hilfe am besten eingesetzt wird. Vertraue auf unsere langjährigen Kenntnisse vor Ort und spende in die „Gambia-Hilfe“. Damit begehst auch du diesen neuen Weg der Solidarität.

Danke! Eure Suraya 

Wenn du jetzt gleich helfen möchtest Träume zu verwirklichen oder Herausforderungen zu schmälern, dann spende jetzt deine “Gambia-Hilfe”. 

Help the poor and the needy e.V.
IBAN DE67 3702 0500 0003 2912 03
VZ: Gambia-Hilfe